Integrales

Im Jahre 2010 stieß ich auf eine Lebensphilosophie, ein System von Anschauungen, die mich sehr bereichert haben, und die mich weiterhin begleiten. Es handelt sich um die „Integrale Theorie“ bzw. „Integrale Philosophie“. Damit es nicht so kompliziert klingt, versuche ich mal, es so leicht verständlich wie möglich zu beschreiben (in der Tat ist es gar nicht so kompliziert).

Wir leben in einer Zeit, wo durch die Globalisierung alles Wissen, alle Weisheit aller Zeiten und Völker auf dem Tisch liegt. Aber das ist ein bisschen wie ein zerbrochener Spiegel – jedes Einzelteil gibt einen oder mehrere Aspekte der Wirklichkeit wieder. Da sind die Naturwissenschaften, die uns mit atemberaubender Präzision die äußerlichen Aspekte der Wirklichkeit beschreiben (vor Milliarden von Jahren sind zwei schwarze Löcher verschmolzen, das erzeugt heute eine Längenänderung in der Größe eines Protonendurchmessers, und die Meßgenauigkeit ist so unglaublich exakt, dass wir das beobachten können). Dann die verschiedenen spirituellen oder religiösen Wege, die uns auf dem Weg zu inneren Frieden, Klarheit und Weisheit begleiten. Und die verschiedenen psychologischen Schulen und Beschreibungen des Menschen, die Geistes- und Sozialwissenschaften, und natürlich die traditionellen indigenen oder schamanischen Traditionen. Diese Wege/Schulen/Traditionen scheinen sich oft genug zu widersprechen, und erheben oft den Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Nichts davon scheint allerdings die Wirklichkeit in ihrer Fülle vollständig erklären zu können. Was, wenn nun diese Wege sich ergänzen, statt sich auszuschließen? Und sollten wir als postmoderne Menschen nicht in der Lage sein, alle diese Wege als Hilfsmittel zu benutzen? Sollten wir nicht in der Lage sein, wissenschaftlich/analytisch zu denken, am Wochenende meditieren zu gehen, und demnächst einen Workshop für schamanische Seelenreisen zu besuchen? Können wir ans Wohl der Menschheit denken, und am Samstag im Stadion im Rausch der Masse versinken? Können wir alle Facetten des Menschseins ausleben, ohne uns zu beschränken?

Oder, noch anders und kürzer gesagt: Wenn Evolution eine unbestreitbare Tatsache im Bereich der Biologie ist, warum dann nicht auch im Bereich des Geistigen? Und gerade da zeigen uns die moderne Psychologie bzw. Soziologie bestimmte Ebenen oder Stufen der Entwicklung. Diese sind der Einfachheit halber nach Farben benannt, und diese können wir in uns selbst beobachten, in jedem Menschen weltweit, zu allen Zeiten. Und wir verstehen, warum wir Menschen uns endlos streiten, und oft missverstehen. Wir schauen durch unsere jeweiligen Brillen, jeder Mensch und verschiedene Gruppen jeweils anders…durch die orangene oder rote, die grüne, beige, gelbe, blaue, türkise oder purpurne Brille.

Hier ein paar links dazu:

https://en.wikipedia.org/wiki/Spiral_Dynamics

https://de.wikipedia.org/wiki/Integrale_Theorie